Samstag, 27. Februar 2016

Was Falafel mit Currywurst verbindet

Vor wirklich vielen Jahren war ich in Berlin in einem ägyptischen Restaurant, wo ich Ful aß. Ich habe es als braunen, optisch nicht sonderlich ansprechenden Brei, aber als so köstlich in Erinnerung, daß ich es bis heute schrecklich gern mal nachgekocht hätte. 
Wie ich irgendwann erfuhr, bedeutet "Ful" übrigens nichts weiter als "braune Bohnen", was die Rezeptsuche nicht einfacher gestaltet, auch in Zeiten des Internet nicht.
Trotzdem setzte ich mich in der Manier des Pawlowschen Hundes sofort aufrechter, als das syrische Paar, dem ich ein bißchen Deutschunterricht zuteilwerden lasse, ganz beiläufig das Wort einfließen ließ.
"Ful? Du hast Ful gekocht? Wie macht man das?"

Ful
Saubohnen
Salz
Petersilie, gehackt
Tahini
1 - 3 Zehen Knoblauch
Zitronensaft
Tomaten
Olivenöl

Falls ich alles richtig verstanden habe, dann köchelt man die braunen Bohnen aus der Dose für etwa 10 Minuten in kochendem Wasser und gießt sie ab. Dann mischt man die übrigen Zutaten darunter. In welchen Mengen? Ich weiß es nicht. So weit sind wir noch nicht, linguistisch gesehen. Aber das Gericht sollte kühl serviert und wie Hummus mit Fladenbrot verzehrt werden. Der einzige weitere Hinweis, den ich erhielt, bestand darin, daß das Olivenöl unbedingt zuletzt dazugegeben werden muß. 

Kühn habe ich es trotzdem versucht. Nicht unbeträchtlich beflügelt von der Tatsache, daß mir von Seiten meiner Schüler ein Beutel mit großen, dünnen Fladenbroten und zwei Dosen brauner Bohnen zuteilgeworden war. (Ein Dank für meine Bemühungen, den ich betrüblich mehr zu schätzen wußte als die wunderhäßlichen Schlüsselanhänger, die ich zu Weihnachten erhielt. Nicht, daß ich überhaupt auf irgendeine Form von Bezahlung aus wäre.)

Wie war das Ergebnis? Eßbar, aber gelinde ausgedrückt nicht eben sensationell. Ich frage mich, ob ich die Bohnen länger hätte kochen sollen? Allerdings sagt mir meine Hülsenfruchterfahrung, daß die zähen Schalen um den stärkehaltigen Kern auch bei längerer Kochzeit nicht zarter werden. Vielleicht muß man sie pellen? Das wäre zumindest ein Schritt hin zum Brei meiner Erinnerung. Andererseits würde mich eine solche Fummelarbeit weit weg führen von der Bereitwilligkeit, es nochmal zu versuchen. Ergo ist die Frage: Was mache ich mit der zweiten Dose Saubohnen?

Ganz nebenbei erhielt ich im Unterricht noch die Antwort auf eine weitere Frage, die ich mir stelle, seit ich vor 30 Jahren zum ersten Mal bei Habibi am Winterfeldtplatz war. Wie bekommt man also wirklich gutes Falafel? Nun, man kaufe es sich an der Imbissbude seines Vertrauens. Denn das, so erklärte meine Schülerin, die stolze Hausfrau, mache niemand selbst. Auch sie nicht.

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