Für's erste haben Sie garantiert genug von meinen frühkindlichen Traumata gehört. Außerdem hatte ich die vage Idee, diesen Blog als eine Art Tagebuch zu benutzen, damit ich nicht ständig vergesse wofür ich letztes Mal die mir geschenkte Tüte Paranüsse verwendet hatte. - Nein, keine Ahnung. Ich vermute aber, sie waren ein Impulskauf der Schenkenden, mit dem sie später nichts anzufangen wußte. Genau wie ich. Ich möchte sie nämlich nicht aus der Tüte knuspern, weil mir der eigentümliche Geschmack dieser Nußsorte zuwider ist. Deshalb googelte ich und fand
Pastinakengratin
100 g gehackte Zwiebeln
600 g geraspelte Pastinaken
30 g geraspelte Paranüsse
1 Bund gehackte Petersilie
4 Eier
2 Eßl. Dijonsenf
0,5 l Milch
80 g geriebener Parmesan
Zwiebeln in Butter anschwitzen, Pastinakenraspel im Topf mit Butter und Zwiebeln vermischen. Vom Feuer nehmen, Nüsse und gehackte Petersilie unterrühren. Masse in eine gebutterte Auflaufform füllen. Eier mit Senf, Milch, Parmesan, Salz und Pfeffer verquirlen, über die Pastinaken gießen.
Ca. 45 min bei mittlerer Hitze backen.
So weit, so gut. Nur daß ich eine Weile brauchte, bis ich Pastinaken aufgetrieben hatte. Das war schon deshalb schwierig, weil ich nicht wußte, wie die Dinger aussehen. Bei Edeka klärte man mich auf: wie Petersilienwurzeln, nur etwas größer. Übrigens gehören sie nicht zu den Rüben (wie ich gedacht hatte), denn die heißen Brassica, wohingegen Pastinake Pastinaca heißt.
Im Bioladen von Beeskow wurde ich schließlich fündig. Der Preis des Landlebens.
Das Gericht war einfach zu machen und sah am Ende hübsch aus. So gratinmäßig eben. Goldbraun.
Daß Eier und Milch zusammen mit dem Senf und dem Parmesan den Behälter der Küchenmaschine überlaufen ließen, in den ich sie der Einfachheit halber geschüttet hatte - war ja von den Pastinaken eh schon dreckig - so daß die Arbeitsplatte geflutet wurde, ist natürlich nicht die Schuld des Rezeptschreibers. Dem verüble ich andere Dinge. Beispielsweise die Mengenangabe. Es hieß nämlich, der Auflauf sei für 4 bis 6 Personen. Und das ist schon deshalb falsch, weil das Zeug verflixt trocken ist. Man braucht was dazu. Was mit viel Soße. Weshalb es die zweite Hälfte des Gratins am darauffolgenden Tag mit Rahmspinat gab. Am dritten Tag räumte ich die Schüssel so wieder vom Tisch wie ich sie aufgetragen hatte. Und am vierten Tag habe ich das übrige Drittel des ursprünglichen Auflaufs vor Alexanders Augen in den Kompost gekehrt. Das will was heißen. Denn mein Mitbewohner würde sich normalerweise eher bereiterklären, die in Pompeii ausgebuddelten Brotlaibe aufzuessen als zuzulassen, daß ich etwas Eßbares wegwerfe, auf dem noch keine andere Lebensform Platz genommen hat.
Ich würde also zu mehr Milch und Eiern raten, falls Ihnen jemand eine Tüte Pastinaken geschenkt hat und Sie nicht wissen, was Sie damit machen sollen. Und der Auflauf ist frisch bedeutend besser als aufgewärmt. Bei nochmaligem Erhitzen wird er irgendwie unangenehm... fettig.
Übrigens paßt das Gemüse tatsächlich hervorragend zu Paranüssen. Pastinaken sind nämlich auch so ein bißchen süßlich-nussig. Und genau das war in meinen Augen das Hauptproblem: der ganze Auflauf schmeckte nach diesen doofen Nüssen.
Außerdem habe ich jetzt eine angebrochene Tüte mit Paranüssen. Was mache ich mit dem Rest?
....mit Wal- und Haselnüssen mischen und in den Brotteig mischen! Schmeckt echt "nussig" :-D
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