Donnerstag, 21. April 2016

Bärlauch


Ja, schon gut, der Bärlauch ist jetzt alle, weil er zu blühen beginnt. Aber vorher brachte Alex mir eine große Schüssel voll.

Also klickte ich mich durch chefkoch.de und wunderte mich. Darüber, daß der Bärlauch überall mitgekocht wird. Aber na schön. Meinen Unglauben hebe ich mir für den Pfarrer auf. 

Ich rührte also eine Sahnesuppe, mit etwas gehackter, gedünsteter Zwiebel, bestreußelt mit einem Löffelchen Mehl, abgelöscht mit Weißwein. Dann Brühe dazu, etwas Sahne - für später noch einen Schuß mit einem Eigelb verrührt - dann eine großzügig  grobgeschnittene Handvoll Bärlauch dazu. Pürieren. Und es schmeckte nach gar nichts. Also noch eine weitere Handvoll Bärlauch. Daraufhin wurde die Suppe - ich kann es nicht anders sagen - ein bißchen schleimig. Das war genauso unappetitlich wie es klingt. Überdies war sie immer noch völlig langweilig. Erst als ich sie verzweiflungsvoll mit Eigelb abgezogen und dekorationshalber ein paar feingehackte Bärlauchstreifchen drübergestreut hatte, schmeckte sie wie sie sollte. 

Was lernen wir daraus? Daß ich die Suppe lieber mit drei Spinatblättern hätte vorschriftsmäßig hellgrün färben sollen. Weil das Aroma ausschließlich von den rohen Schnipseln herrührt. Warum sagt einem das keiner? Weil man dieses Grünzeug wenn, dann nur in großen Büscheln zu kaufen kriegt, die ja irgendwie verarbeitet werden müssen?

Den beträchtlichen Rest Bärlauch habe ich übrigens mit grobem Meersalz und etwas Olivenöl püriert und in ein Gläschen gefüllt. In der Hoffnung, ihn auf diese Weise haltbar zu machen und wieder mal eine Bärlauchsuppe herstellen zu können. In die ich die Paste unmittelbar vor dem Auftragen rühren werde.