Dienstag, 4. Oktober 2016

Kla - was? Clafoutis?! Na klar!

Es ist eine so betrübliche wie universell wahre Tatsache, daß der Garten einen grundsätzlich mit solchen Gaben überschwemmt, die man lieber nicht gehabt hätte. Mit doofen Augustäpfeln beispielsweise, lästigen Johannisbeeren und Giersch. Der Sauerkirschbaum hingegen ist alljährlich höchst sparsam behängt. Das macht aber nichts, denn ein Glas Schattenmorellen kostet im Supermarkt schier weniger als ich an Strom verbraucht hätte, wenn ich es selber hätte einmachen wollen.
Und gleich in zweierlei Hinsicht ist glücklicherweise Quatsch, was wikipedia behauptet - daß nämlich entsteinte Kirschen den Teig zu flüssig machen. So kann man diesen wunderbaren... Flatschen* erstens das ganze Jahr über herstellen und zweitens ohne dabei unablässig Kirschkerne zu spucken wie ein inkontinentes Lama.

Clafoutis

1 Glas Sauerkirschen, abgetropft

Für den Teig:
3 Eier
60 Gramm Zucker
1 Vanillezucker
1 Prise Salz
100 Gramm Mehl
60 Gramm flüssige, aber abgekühlte Butter 
300 ml Milch

Aus den Zutaten einen Teig rühren. Nicht über die extrem flüssige Pampe wundern. Das muß so. Falls man sich für die Optik interessiert: Schneebesen benutzen. Der Elektroquirl erzeugt nämlich schaumige Blasen, die am Ende die Oberfläche verunzieren. Doch, das stimmt, denn selbstverständlich habe ich es mir leicht gemacht. Aber ich wollte das Ergebnis ja auch essen und nicht primär in seinem Anblick schwelgen.
Springform entweder buttern und mit Mehl, bzw. Semmelbröseln bestäuben oder einfach mit Backpapier auslegen. Abgetropfte Kirschen in der Form verteilen. Teig darübergießen. Eine gute halbe Stunde im mittelheißen Ofen backen, bzw. 40 Minuten bei 180° Umluft (laut Rezept aus der Zeit).
Ich nahm ein Stück zu Freunden mit und erntete den Kommentar "Obst und Pudding - what's not to like?" Dem schließe ich mich an.

*Wenn das Ding ein Kuchen ist, dann bin ich Herta Müller.

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