Meine Mutter liebt Reis, der Hauself ißt dankenswerterweise meistens das, was auf den Tisch kommt und ich finde, daß die meisten Dinge, die mit Reis gut schmecken, ohne Reis womöglich sogar noch besser wären. Da aber Frau Raether aus der "Zeit" diese Woche Risotto vorschlägt und der Hauself fleißig die hauseigenen Walnüsse aufsammelt*, ehe sie in die gierigen Schlünde unserer Waschbären wandern, dachte ich mir, das sei eine Art Gottesurteil und es würde schon nicht so schlimm werden.
Risotto mit Radicchio, Gorgonzola und Walnüssen
1 mittelgroße Zwiebel
1 große Knoblauchzehe
Olivenöl
Salz
170 g Risottoreis
1 Kopf Radicchio (ca. 150 g)
150 ml Weißwein
Pfeffer
400 ml Wasser (oder Brühe)
80 g Gorgonzola, gewürfelt
30 g Butter
30 g Parmesan, gerieben
30 g Walnüsse, trocken in einer Pfanne angeröstet
Zwiebel fein hacken, Knoblauch dito, beides mit Olivenöl in einem viel größeren Topf anschwitzen als Sie für nötig halten. Reis dazuschütten, ebenfalls anschwitzen. Radicchio-Kopf vierteln, Strunk herausschneiden, in feine Streifen schneiden. In den Topf geben (sehen Sie jetzt, wie wichtig der große Topf war?) und rühren, bis er ein bißchen welk wird. Mit Weißwein ablöschen, mit Brühe (oder Wasser) aufgießen. Aufpassen wie ein Schießhund, damit es nicht anbrennt. Salzen. Pfeffern. Butter und Käse unterrühren, Walnüsse darüberstreuen. Nicht von der seltsam dunkel-rotbraunen Farbe abschrecken lassen. Servieren.
Ich hatte die Mengenangaben allesamt großzügig nach oben abgerundet. Dann reicht die Menge für drei Leute, die wirklich von Herzen gern Risotto essen.
Übrigens hatte ich befürchtet, der Radicchio würde sich - da er ja von Anfang an mitgekocht wird - in eine Art Schleim verwandeln. Dem war durchaus nicht so. Gelegentlich ist sogar noch ein knurpsliges Stückchen im Risotto.
Irgendwo las ich mal den wirklich uneleganten Ausdruck "schlotzig". Es schmerzt mich sagen zu müssen, daß ich das für das einzig passende Wort für diese seltsame Pampe halte: würzig, einen Hauch bitter, cremig... schlotzig eben.
*Außerdem knackt er sie auch gleich. Im Akkord. Es klingt, als hätte man ein Eichhörnchen auf Speed im Haus.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen